Sprachstörung: •	Aphasie
Sprach- und Sprechstörungen bei Erwachsenen Sprach- und Sprechstörungen bei Erwachsenen gehen meist von einer Schädigung der an der Sprache beziehungsweise am Sprechen beteiligten Nerven aus. Mögliche Ursachen für diese Nervenschädigungen sind beispielsweise: Schlaganfall Herzstillstand Tumor Schädel-Hirn-Trauma neurologische Erkrankungen wie zum Beispiel Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer, Multiple Sklerose, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) Entzündungen im Gehirn z. B. Enzephalitis, Meningitis Durch die Schädigung der Nerven im Gehirn können zusätzlich zu den Sprach- und Sprech- störungen noch weitere Begleiterscheinungen auftreten, insbesondere Sensibilitätsstörungen, Halbseitenlähmung, Sehstörung, Kau- und Schluckstörung (Dysphagie), Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörung, Depressionen. Diese haben Einfluss auf die logopädische Therapie und werden bei der Therapieplanung von uns berücksichtigt. Weitere Ursachen für Sprach- bzw. Sprechstörungen sind Schädigungen der am Sprechen beteiligten Organe z. B. Verlust eines Teils der Zunge durch einen Unfall, Tumor im Mundraum, … Sprechstörungen: Dysarthrophonie (Dysarthrie) Sprechapraxie Gesichtslähmung (Facialisparese)
Sprachstörung bei Erwachsenen Aphasie  Unter Aphasie versteht man eine Sprachstörung nach Abschluss der Sprachentwicklung aufgrund einer Schädigung von Hirnnerven, die sich auf die vier Sprachbereichen auswirkt: Sprechen Verstehen Schreiben Lesen Die Ausprägung der Beeinträchtigung in den einzel- nen Bereichen kann sehr unterschiedlich sein. So ist es beispielsweise möglich, dass ein Patient, der sich kaum äußern kann, noch gut versteht. Ein anderer Patient, der sehr viel spricht, kann eventuell einfache Anweisungen nicht begreifen. Durch diese unter-schiedlichen Formen leiden die Patienten unter-schiedlich stark an ihrer Sprachstörung. Diejenigen, die sich bei gutem Sprachver- ständnis kaum noch mitteilen können, sind häufig äußerst frustriert, traurig und reagieren mit Rückzug oder Aggression. Andere Patienten nehmen unter Umständen gar nicht wahr, dass sie etwas Anderes sagen als sie meinen, weshalb es in der Kom- munikation häufig zu scheinbar unerklärlichen Missverständnissen kommt. Beides kann die Beziehung zu den Angehörigen und den alltäglichen Umgang miteinander stark belasten und verändern. Daher ist uns die Angehörigenberatung wichtig, um die Kom- munikation zwischen Betroffenen und Angehörigen möglichst positiv zu gestalten. Störungen der gesprochenen Sprache Das aktive Sprechen von Aphasikern kann in unterschiedlichen Bereichen unterschied- lich stark betroffen sein: Störungen der Artikulation: Auslassungen, Ersetzungen oder Umstellungen eines oder mehrerer Laute im Wort, bis hin zur völligen Entstellung Wortschatz: bestimmte Wörter können nicht mehr genannt werden, sie werden durch ähnlich klingende Wörter oder Wörter mit ähnlicher Bedeutung ersetzt oder ganz wegge-lassen. Eventuell wird das Wort umschrieben. Die Bedeutung von Wörtern wird möglicherweise nicht mehr erkannt. Störungen im Satzbau: der Patient kann nur einzelne Wörter sprechen, Funktionswörter wie z. B. „in“, „auf“, „bei“ werden ausgelassen, das Sprechen ist für den Patienten sehr anstrengend. oder aber der Patient spricht fast ununterbrochen, dabei koppelt er Sätze, vertauscht Wörtern oder bricht einen Satz nach dem anderen ab, um gleich wieder einen neuen Satz zu bilden. Im schwersten Fall können bei "Sprechversuchen" lediglich immer wiederkehrende Silben, Wörter oder Floskeln geäußert werden, ohne dass der Betroffene dies kontrollieren kann. Störungen im Sprachverständnis Das Verstehen von Sprache kann ganz unterschiedlich beeinträchtigt sein. In schweren Fällen ist bereits das Verstehen einzelner Wörter eingeschränkt, in anderen Fällen treten bei Sätzen oder längeren zusammenhängenden Äußerungen bzw. Texten Verständnisprobleme auf. Störungen des Lesens (Dyslexie) Beim Lesen können einzelne Buchstaben nicht mehr sicher in die entsprechenden Laute "übersetzt" werden. Beispielsweise liest der Patient statt „wo“ plötzlich „fa“, da er den Laut w als f und den Laut o als a identifiziert. Teilweise gelingt auch das Zu- sammenziehen der Laute zu einem Wort nicht mehr oder der Patient liest das Wort zwar korrekt, versteht jedoch die Bedeutung des Wortes nicht. Möglicherweise gelingt das Erfassen des Satzzusammenhanges nicht mehr, obwohl alles korrekt vorgelesen wurde. Störungen des Schreibens (Dysgraphie)  Beim Schreiben treten ganz ähnliche Schwierigkeiten auf. Einzelne Laute können nicht mehr in die entsprechenden Schriftzeichen umgesetzt werden, wodurch es zu Aus- lassungen oder Ersetzungen kommt. In anderen Fällen kommt der Patient während des Schreibens der einzelnen Buchstaben gedank-lich vom Zielwort ab und schreibt daher etwas ganz Anderes als geplant. Auch hier ist es möglich, dass ein Wort oder Satz korrekt geschrieben wird, der Betroffene jedoch den Sinn des Geschriebenen nicht erfassen kann. Therapie In Abhängigkeit von der individuellen Symptomatik, der Dauer der Sprachstörung und den individuellen Bedürfnissen des Patienten stehen uns zur Behandlung der Sprachstörung unterschiedliche Therapie-ansätze und - methoden zur Verfügung, von denen wir die oder den für den Patienten am besten geeigneten auswählen und individuell anpassen. Zu berücksichtigen sind dabei durch die ursächliche Erkrankung eventuell vorhandene Begleiterscheinungen wie z. B. Konzentrationsstörungen, Halbseitenlähmung, usw. Mögliche Ziele in der Aphasietherapie sind: die Verbesserung des Sprachverständnisses auf Wort- Satz- und Textebene die Hemmung überflüssiger bzw. überschießender Sprachproduktion die Anregung von sprachlichen Äußerungen die Verbesserung des Wortabrufes der Aufbau bzw. die Gliederung von Sätzen die Wiedererlangung der Lese- und Schreibfähigkeit ein verbesserter Umgang mit Zahlen (Geld, Datum, Uhrzeit)   Therapieformen, an denen wir uns in der Behandlung orientieren:  Stimulierende und deblockierende Methoden z. B. Deblockierungsmethode nach Weigl, Melodische Intonationstherapie nach Sparks, Helm und Albert Symptomorientierte Ansätze    z. B. Neurolinguistische Aphasietherapie (NAT) nach Neubert et al., Modalitäten-    aktivierung in der Aphasietherapie (MODAK®) nach Lutz Modell-,  strategie- und prozessorientierte Verfahren    z. B. Reduzierte Syntaxtherapie (REST) nach Schlenck, Kommunikativ - pragmatische Methoden    z. B. Promoting Aphasics´ Communicative Effectiveness (PACE) nach Davis und Wilcox Kompensatorische Methoden z. B. Erarbeitung eines Kommunikationsbuches, Symboltraining mit Piktogrammen
Sprechstörungen bei Erwachsenen Dysarthrophonie (auch als „Dysarthrie“ bezeichnet) Aufgrund einer Schädigung der Nerven, die die am Sprechen beteiligten Organe steuern, ist die Beweglichkeit von Lippen, Zunge, Gaumensegel und Kiefer einge- schränkt. Mögliche Zeichen einer Dysarthrophonie können sein: unklare, verwaschene, verlangsamte Aussprache rauer, gepresster Stimmklang, Schwankungen in Tonhöhe und Lautstärke beeinträchtigte Sprechmelodie, z.B. monotones oder unrhythmisches Sprechen, unangemessene Pausen  zu schnelles oder zu langsames Sprechen Näseln unrhythmische Atmung, Atemgeräusche Im Gegensatz zur Sprechapraxie (siehe dort) treten bei der Dysarthrophonie immer die gleichen Fehler auf, beispielsweise werden Laute immer in gleicher Weise fehl gebildet. Die Therapie der Dysarthrophonie richtet sich nach der individuellen Symptomatik. Je nach Ausprägung erfolgt die Arbeit in den Berei-chen Körperhaltung und Körperspannung, Stimmgebung, Atmung, Zungen - Mund- motorik, Artikulation. Das Ziel unserer Behandlung ist  es zum Einen, die jeweils beeinträchtigte Funktion zu verbessern oder zu erhalten und zum Anderen, das Zusam- menspiel aller am Sprechen beteiligten Organe zu optimieren. Durch Übertragung des verbesserten Sprechmusters in den Alltag soll eine zufrieden stellende Kommunikation zwischen Patient und Angehörigen erreicht werden. In bestimmten Fällen z. B. bei Morbus Parkinson arbeiten wir in Anlehnung an das Konzept des Lee Silverman Voice Treatment (LSVT®). Sprechapraxie Aufgrund einer Nervenschädigung, die die an der Sprechplanung beteiligten Organe betrifft, kommt es zu einer fehlerhaften Koordination der Sprechorgane. Häufig tritt eine Sprechapraxie in Kombination mit einer Aphasie (siehe dort) auf. Die Sprechapraxie äußert sich folgendermaßen: inkonstante Auslassung, Vertauschung, Hinzufügung oder Entstellung von Lauten verlangsamte, monotone Sprechmelodie Unterbrechungen im Redefluss durch Laut- und Silbenwiederholungen, Wort- abbrüche, Fehlversuche, Neustarts und Suchbewegungen sichtbare und hörbare Anstrengung beim Sprechen Im Gegensatz zur Dysarthrophonie (siehe dort) sind die Fehler bei der Sprechapraxie inkon- stant, das bedeutet, bei dem gleichen Wort können immer wieder unterschiedliche Fehler auftreten. Die Sprechproblematik ist sehr schwankend. Es gibt Situationen, in denen kaum Fehler auftreten und dann wiederum ist die Einschränkung sehr stark. Bei der Behandlung der Sprechapraxie finden unterschiedliche Therapiemethoden Anwen- dung. Anhand der Ergebnisse der Diagnostik wird die individuelle Therapieform ausgewählt: metrische Therapieansätze z. B. nach Engl – Kasper oder Ziegler und Jäger,  dabei werden für den Patienten schwierige Laute gleich auf Wortebene geübt rhythmisch - melodische Verfahren z. B. melodische Intonationstherapie Einsatz von visuellen, auditiven oder taktil – kinästhetischen Hilfen z. B. Taktkin®  nach Beate Birner-Janusch, Erweiterte Mediationstechnik (EMS), Behandlung nach Luzatti und Springer bei sehr schwerer Symptomatik: Erarbeitung eines Kommunikationsbuches Zu den genannten Therapieinhalten gehört selbstverständlich die Zusammenarbeit mit Angehörigen. Gesichtslähmung (Facialisparese) Bei einer Facialisparese sind aufgrund der Lähmung des Nervus Facialis verschiedene mimische Bewegungen (z.B. Stirn runzeln, Augenbrauen heben oder zusammenziehen) sowie verschiedene mundmotorische Bewegungen insbesondere der Lippen und Wangen (z.B. Lippen spitzen und breit ziehen) beeinträchtigt. Dadurch kann es zu leichten Artikulationsstörungen der Lippenlaute /b/, /p/ und /m/ sowie des /s/ kommen. Teilweise kann das Augenlid nicht vollständig geschlossen werden. Der Mundwinkel der betroffenen Seite steht meist tiefer und ist geöffnet, was zu sicht-barem Austritt von Speichel führt. Bei der Behandlung der Gesichtslähmung therapieren wir in Anlehnung an die orofa- ciale Regulationstherapie ORT nach Castillo-Morales® bzw. die propriozeptive neuro- muskuläre Fazilitation (PNF) nach Kabath, Knott und Voss. Ziel der Therapie ist es, den Nerv anzuregen, seine ursprüngliche Funktion zur Kontrolle der Gesichtsmuskelaktivi-tät wiederaufzunehmen, während nicht erwünschte Bewegungen abgebaut werden. Eine logopädische Behandlung ist nur dann Erfolg versprechend, wenn der Nerv nicht vollständig durchtrennt oder geschädigt wurde.
Sprachstörung: •	Aphasie
Sprach- und Sprechstörungen bei Erwachsenen Sprach- und Sprechstörungen bei Erwachsenen gehen meist von einer Schädigung der an der Sprache beziehungsweise am Sprechen beteiligten Nerven aus. Mögliche Ursachen für diese Nervenschädigungen sind beispielsweise: Schlaganfall Herzstillstand Tumor Schädel-Hirn-Trauma neurologische Erkrankungen wie zum Beispiel Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer, Multiple Sklerose, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) Entzündungen im Gehirn z. B. Enzephalitis, Meningitis Durch die Schädigung der Nerven im Gehirn können zusätzlich zu den Sprach- und Sprech-störungen noch weitere Begleiterscheinungen auftreten, insbesondere Sensibilitätsstörungen, Halbseitenlähmung, Sehstörung, Kau- und Schluckstörung (Dysphagie), Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörung, Depressionen. Diese haben Einfluss auf die logopädische Therapie und werden bei der Therapieplanung von uns berücksichtigt. Weitere Ursachen für Sprach- bzw. Sprechstörungen sind Schädigungen der am Sprechen beteiligten Organe z. B. Verlust eines Teils der Zunge durch einen Unfall, Tumor im Mundraum, … Sprechstörungen: Dysarthrophonie (Dysarthrie) Sprechapraxie Gesichtslähmung (Facialisparese)
Sprachstörung bei Erwachsenen Aphasie  Unter Aphasie versteht man eine Sprachstörung nach Abschluss der Sprachentwicklung aufgrund einer Schädigung von Hirnnerven, die sich auf die vier Sprachbereichen auswirkt: Sprechen Verstehen Schreiben Lesen Die Ausprägung der Beeinträchtigung in den einzel-nen Bereichen kann sehr unterschiedlich sein. So ist es beispielsweise möglich, dass ein Patient, der sich kaum äußern kann, noch gut versteht. Ein anderer Patient, der sehr viel spricht, kann eventuell einfache Anweisungen nicht begreifen. Durch diese unter-schiedlichen Formen leiden die Patienten unter-schiedlich stark an ihrer Sprachstörung. Diejenigen, die sich bei gutem Sprachver-ständnis kaum noch mitteilen können, sind häufig äußerst frustriert, traurig und reagieren mit Rückzug oder Aggression. Andere Patienten nehmen unter Umständen gar nicht wahr, dass sie etwas Anderes sagen als sie meinen, weshalb es in der Kom- munikation häufig zu scheinbar unerklärlichen Missverständnissen kommt. Beides kann die Beziehung zu den Angehörigen und den alltäglichen Umgang miteinander stark belasten und verändern. Daher ist uns die Angehörigenberatung wichtig, um die Kom-munikation zwischen Betroffenen und Angehörigen möglichst positiv zu gestalten. Störungen der gesprochenen Sprache Das aktive Sprechen von Aphasikern kann in unterschiedlichen Bereichen unterschied-lich stark betroffen sein: Störungen der Artikulation: Auslassungen, Ersetzungen oder Umstellungen eines oder mehrerer Laute im Wort, bis hin zur völligen Entstellung Wortschatz: bestimmte Wörter können nicht mehr genannt werden, sie werden durch ähnlich klingende Wörter oder Wörter mit ähnlicher Bedeutung ersetzt oder ganz wegge-lassen. Eventuell wird das Wort umschrieben. Die Bedeutung von Wörtern wird möglicherweise nicht mehr erkannt. Störungen im Satzbau: der Patient kann nur einzelne Wörter sprechen, Funktionswörter wie z. B. „in“, „auf“, „bei“ werden ausgelassen, das Sprechen ist für den Patienten sehr anstrengend. oder aber der Patient spricht fast ununterbrochen, dabei koppelt er Sätze, vertauscht Wörtern oder bricht einen Satz nach dem anderen ab, um gleich wieder einen neuen Satz zu bilden. Im schwersten Fall können bei "Sprechversuchen" lediglich immer wiederkehrende Silben, Wörter oder Floskeln geäußert werden, ohne dass der Betroffene dies kontrollieren kann. Störungen im Sprachverständnis Das Verstehen von Sprache kann ganz unterschiedlich beeinträchtigt sein. In schweren Fällen ist bereits das Verstehen einzelner Wörter eingeschränkt, in anderen Fällen treten bei Sätzen oder längeren zusammenhängenden Äußerungen bzw. Texten Verständnisprobleme auf. Störungen des Lesens (Dyslexie) Beim Lesen können einzelne Buchstaben nicht mehr sicher in die entsprechenden Laute "übersetzt" werden. Beispielsweise liest der Patient statt „wo“ plötzlich „fa“, da er den Laut w als f und den Laut o als a identifiziert. Teilweise gelingt auch das Zu-sammenziehen der Laute zu einem Wort nicht mehr oder der Patient liest das Wort zwar korrekt, versteht jedoch die Bedeutung des Wortes nicht. Möglicherweise gelingt das Erfassen des Satzzusammenhanges nicht mehr, obwohl alles korrekt vorgelesen wurde. Störungen des Schreibens (Dysgraphie)  Beim Schreiben treten ganz ähnliche Schwierigkeiten auf. Einzelne Laute können nicht mehr in die entsprechenden Schriftzeichen umgesetzt werden, wodurch es zu Aus- lassungen oder Ersetzungen kommt. In anderen Fällen kommt der Patient während des Schreibens der einzelnen Buchstaben gedank-lich vom Zielwort ab und schreibt daher etwas ganz Anderes als geplant. Auch hier ist es möglich, dass ein Wort oder Satz korrekt geschrieben wird, der Betroffene jedoch den Sinn des Geschriebenen nicht erfassen kann. Therapie In Abhängigkeit von der individuellen Symptomatik, der Dauer der Sprachstörung und den individuellen Bedürfnissen des Patienten stehen uns zur Behandlung der Sprachstörung unterschiedliche Therapie- ansätze und -methoden zur Verfügung, von denen wir die oder den für den Patienten am besten geeigneten auswählen und individuell anpassen. Zu berücksichtigen sind dabei durch die ursächliche Erkrankung eventuell vorhandene Begleiterscheinungen wie z. B. Konzentrationsstörungen, Halbseitenlähmung, usw. Mögliche Ziele in der Aphasietherapie sind: die Verbesserung des Sprachverständnisses auf Wort- Satz- und Textebene die Hemmung überflüssiger bzw. überschießender Sprachproduktion die Anregung von sprachlichen Äußerungen die Verbesserung des Wortabrufes der Aufbau bzw. die Gliederung von Sätzen die Wiedererlangung der Lese- und Schreibfähigkeit ein verbesserter Umgang mit Zahlen (Geld, Datum, Uhrzeit)   Therapieformen, an denen wir uns in der Behandlung orientieren:  Stimulierende und deblockierende Methoden z. B. Deblockierungsmethode nach Weigl, Melodische Intonationstherapie nach Sparks, Helm und Albert Symptomorientierte Ansätze    z. B. Neurolinguistische Aphasietherapie (NAT) nach Neubert et al., Modalitäten-    aktivierung in der Aphasietherapie (MODAK®) nach Lutz Modell-,  strategie- und prozessorientierte Verfahren    z. B. Reduzierte Syntaxtherapie (REST) nach Schlenck, Kommunikativ - pragmatische Methoden    z. B. Promoting Aphasics´ Communicative Effectiveness (PACE) nach Davis und Wilcox Kompensatorische Methoden z. B. Erarbeitung eines Kommunikationsbuches, Symboltraining mit Piktogrammen
Sprechstörungen bei Erwachsenen Dysarthrophonie (auch als „Dysarthrie“ bezeichnet) Aufgrund einer Schädigung der Nerven, die die am Sprechen beteiligten Organe steuern, ist die Beweglichkeit von Lippen, Zunge, Gaumensegel und Kiefer einge-schränkt. Mögliche Zeichen einer Dysarthrophonie können sein: unklare, verwaschene, verlangsamte Aussprache rauer, gepresster Stimmklang, Schwankungen in Tonhöhe und Lautstärke beeinträchtigte Sprechmelodie, z.B. monotones oder unrhythmisches Sprechen, unangemessene Pausen  zu schnelles oder zu langsames Sprechen Näseln unrhythmische Atmung, Atemgeräusche Im Gegensatz zur Sprechapraxie (siehe dort) treten bei der Dysarthrophonie immer die gleichen Fehler auf, beispielsweise werden Laute immer in gleicher Weise fehl gebildet. Die Therapie der Dysarthrophonie richtet sich nach der individuellen Symptomatik. Je nach Ausprägung erfolgt die Arbeit in den Berei-chen Körperhaltung und Körperspannung, Stimmgebung, Atmung, Zungen - Mund-motorik, Artikulation. Das Ziel unserer Behandlung ist  es zum Einen, die jeweils beeinträchtigte Funktion zu verbessern oder zu erhalten und zum Anderen, das Zusam- menspiel aller am Sprechen beteiligten Organe zu optimieren. Durch Übertragung des verbesserten Sprechmusters in den Alltag soll eine zufrieden stellende Kommunikation zwischen Patient und Angehörigen erreicht werden. In bestimmten Fällen z. B. bei Morbus Parkinson arbeiten wir in Anlehnung an das Konzept des Lee Silverman Voice Treatment (LSVT®). Sprechapraxie Aufgrund einer Nervenschädigung, die die an der Sprechplanung beteiligten Organe betrifft, kommt es zu einer fehlerhaften Koordination der Sprechorgane. Häufig tritt eine Sprechapraxie in Kombination mit einer Aphasie (siehe dort) auf. Die Sprechapraxie äußert sich folgendermaßen: inkonstante Auslassung, Vertauschung, Hinzufügung oder Entstellung von Lauten verlangsamte, monotone Sprechmelodie Unterbrechungen im Redefluss durch Laut- und Silbenwiederholungen, Wort-abbrüche, Fehlversuche, Neustarts und Suchbewegungen sichtbare und hörbare Anstrengung beim Sprechen Im Gegensatz zur Dysarthrophonie (siehe dort) sind die Fehler bei der Sprechapraxie inkon-stant, das bedeutet, bei dem gleichen Wort können immer wieder unterschiedliche Fehler auftreten. Die Sprechproblematik ist sehr schwankend. Es gibt Situationen, in denen kaum Fehler auftreten und dann wiederum ist die Einschränkung sehr stark. Bei der Behandlung der Sprechapraxie finden unterschiedliche Therapiemethoden Anwen-dung. Anhand der Ergebnisse der Diagnostik wird die individuelle Therapieform ausgewählt: metrische Therapieansätze z. B. nach Engl – Kasper oder Ziegler und Jäger,  dabei werden für den Patienten schwierige Laute gleich auf Wortebene geübt rhythmisch - melodische Verfahren z. B. melodische Intonationstherapie Einsatz von visuellen, auditiven oder taktil – kinästhetischen Hilfen z. B. Taktkin® nach Beate Birner- Janusch, Erweiterte Mediationstechnik (EMS), Behandlung nach Luzatti und Springer bei sehr schwerer Symptomatik: Erarbeitung eines Kommunikationsbuches Zu den genannten Therapieinhalten gehört selbstverständlich die Zusammenarbeit mit Angehörigen. Gesichtslähmung (Facialisparese) Bei einer Facialisparese sind aufgrund der Lähmung des Nervus Facialis verschiedene mimische Bewegungen (z.B. Stirn runzeln, Augenbrauen heben oder zusammenziehen) sowie verschiedene mundmotorische Bewegungen insbesondere der Lippen und Wangen (z.B. Lippen spitzen und breit ziehen) beeinträchtigt. Dadurch kann es zu leichten Artikulationsstörungen der Lippenlaute /b/, /p/ und /m/ sowie des /s/ kommen. Teilweise kann das Augenlid nicht vollständig geschlossen werden. Der Mundwinkel der betroffenen Seite steht meist tiefer und ist geöffnet, was zu sicht-barem Austritt von Speichel führt. Bei der Behandlung der Gesichtslähmung therapieren wir in Anlehnung an die orofa-ciale Regulationstherapie ORT nach Castillo-Morales® bzw. die propriozeptive neuro-muskuläre Fazilitation (PNF) nach Kabath, Knott und Voss. Ziel der Therapie ist es, den Nerv anzuregen, seine ursprüngliche Funktion zur Kontrolle der Gesichtsmuskelaktivi-tät wiederaufzunehmen, während nicht erwünschte Bewegungen abgebaut werden. Eine logopädische Behandlung ist nur dann Erfolg versprechend, wenn der Nerv nicht vollständig durchtrennt oder geschädigt wurde.