Sprachstörungen: Sprachentwicklungsstörung Wortschatzstörung / Wortabrufstörung Dysgrammatismus Sprachverständnisstörung
Sprach- und Sprechstörungen bei Kindern Die Faktoren für die Entstehung einer Sprach- oder Sprech-störung bei Kindern sind sehr vielfältig. Meist kann der Störung kein einzelner Auslöser zugeordnet werden, sondern es ist ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren. Häufige Ursachen für Störungen sind Beeinträchtigungen des Gehörs (z. B. durch häufige Mittelohrentzündungen) Muskelschwäche im Bereich der Mundmotorik (Zungen-, Lippen-, Kiefer-muskulatur) Schädigung des Nervensystems vor, während oder nach der Geburt (z. B. Rötelnerkrankung der Mutter, Sauerstoffmangel bei der Geburt, …) allgemeine Entwicklungsverzögerungen genetische Erkrankungen (z. B. Down – Syndrom) Fehlbildungen oder Verletzungen im Mund- oder Gesichtsbereich (z. B. Lippen – Kiefer – Gaumenspalte) Sprechstörungen: Dyslalie Phonologische Störung Verbale Entwicklungsdyspraxie
Sprachstörungen bei Kindern (frühe) Sprachentwicklungsstörung Die ersten Wörter äußert ein Kind normalerweise um den ersten Geburtstag herum. Der Wortschatz wächst im nächsten halben Jahr eher langsam und steigt ab einem Alter von ca. 18 Monaten plötzlich sprunghaft an (Wortschatzexplosion). Im Alter von zwei Jahren sollte das Kind mindestens 50 Wörter sprechen. Bleibt die Wortschatzexplosion aus, ist dies ein frühes Zeichen einer Sprachentwicklungsstörung. Dem Kind fehlen aufgrund des mangelnden Wortschatzes die Möglichkeiten, Sätze zu bilden. Das Kind versucht, sich mittels Blickkontakt, Zeichensprache oder unverständlichen Lautäußerungen mitzuteilen.   Im weiteren Verlauf der Sprachentwicklung ergeben sich Probleme im Wortschatz, in der Grammatik, im Sprachverständnis (siehe unten). Häufig ist die Sprachentwicklungsstörung auch mit einer Sprechstörung (siehe unten) kombiniert. Die Störungen in den einzelnen Bereichen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Das Kind entwickelt mit der Zeit meist ein Störungsbewusstsein, das bedeutet, es nimmt seine Defizite wahr. Eine Sprachentwicklungs-störung hat meist auch die Beeinträchtigung außersprachlicher Bereiche zur Folge. Kinder, die nicht verstanden werden, reagieren oft aggressiv oder ziehen sich zurück. Neben den sozialen Auffälligkeiten wird bei diesen Kindern im Schulalter häufig eine Lese - Rechtschreib - Störung diagnostiziert, die aus der Sprachentwicklungsstörung resultiert. Deshalb ist eine frühzeitige Behandlung der Sprachentwicklungsstörung wichtig. Dabei wird bereits bei zwei- bis dreijährigen Kindern versucht, den Wortschatz spielerisch zu erweitern.   Wir behandeln Sprachentwicklungsstörungen in unserer Praxis in Anlehnung an folgende Therapieansätze: Ganzheitlich orientierte Sprachtherapie nach Zollinger Patholiguistisches Therapiekonzept bei Sprachentwicklungsstörungen nach Kauschke & Siegmüller Behandlung des Dysgrammatismus nach Schlag Handlungsorientierter Therapieansatz HOT nach Weigl & Reddemann-Tschaikner Therapie nach Affolter Wortschatzstörung / Wortabrufstörung Eine Störung des Wortschatzes kann sich auf unterschiedliche Weisen zeigen: Das Kind spricht für sein Alter zu wenige Wörter, es benutzt allgemeine Beschreibungen (z. B. „Das Dings da soll da rein“), es benennt ungenau (z. B. „Tiger“ statt „Löwe“), es „erfindet“ auffallend häufig Wörter (z. B. „Zumacher“ statt „Knopf“), es spricht Wörter ungenau aus (z. B. „Fohlte“ statt „Fohlen“). Oder dem Kind fallen selbst alltägliche Wörter nicht ein, was sich darin zeigt, dass das Kind den Satz abbricht und neu beginnt oder unvollendet lässt.  Möglicherweise umschreibt es das Wort, sucht danach oder äußert sich direkt zu dem Problem (z. B. „Das fällt mir jetzt nicht ein.“ oder „Wie heißt das noch mal?“). Ebenso kann ein Kind, das viele Bezeichnungen für Dinge, Tätigkeiten usw. nicht kennt, Schwierigkeiten im Sprachverständnis (siehe unten) bekommen. Eine Störung des Wortschatzes kann isoliert, oder in Verbindung mit einer Sprachentwicklungsstörung auftreten. Je nach Art der Wortschatzstörung planen wir die Therapie unterschiedlich. Mögliche Therapieformen sind Erweiterung des Wortschatzes z. B. mit Bilderbüchern, handlungsorientierte Therapie Differenzierung von Wörtern mit ähnlichem Klang z. B. Aufzeigen des klanglichen Unterschiedes zwischen den Wörtern „Fohlte“ und Fohlen“ Differenzierung von Wörtern mit ähnlicher Bedeutung z. B. Unterschiede zwischen Mücke, Spinne, Biene, Ameise, … erarbeiten Training des Wortabrufes nach dem patholinguistischen Ansatz von Siegmüller/ Kauschke Erarbeitung von Ersatzstrategien z. B. Umschreibungen, Beschreibung der Wortform Dysgrammatismus Eine frühe Form des Dysgrammatismus ist das Ausbleiben von Zweiwortsätzen, die zwischen 18 und 24 Monaten auftreten sollten. In der weiteren Sprachentwicklung fallen unkorrekte Sätze auf, in denen die Wörter nicht in der richtigen Reihenfolge im Satz stehen (z. B. „Ich Tee trinken will.“) oder grammatische Funktionswörter einfach ausgelassen werden (z. B. „Ich gehe Kindergarten.“). Später scheint es oft so, als hätte ein Kind die Entwicklung aufgeholt, da es nun korrekte Sätze spricht, bei näherer Betrachtung ist jedoch festzustellen, dass das betroffene Kind stets die gleichen Satz- muster verwendet und Probleme bei Verständnis und Konstruktion komplexerer Sätze hat, wie sie z. B. beim Verstehen von Textaufgaben oder beim Schreiben von Aufsätzen benötigt werden. Ebenso kann sich der Dysgrammatismus in fehlerhafter Mehrzahlbildung (z. B. Tellers, Dache, …), falschen Vergangenheits-formen (z. B. ich sehte) oder Fallmarkierungen (z. B. Ich fahre mit der Roller) zeigen. Da der Dysgrammatismus meist im Rahmen einer Sprachentwicklungsstörung auftritt, wird er von uns mit den dort genannten Therapiemethoden behandelt.   Sprachverständnisstörung Sprachverständnisstörungen bleiben im Alltag häufig unbemerkt. Die Kinder erschließen sich die Bedeutung der Worte aus dem situativen Zusammenhang oder imitieren das, was andere Kinder tun. Ein mögliches Zeichen für eine Sprachverständnisstörung ist es, wenn ein Kind eine Auf- forderung mit „Ja“ oder einem Nicken bestätigt, jedoch dann keine angemessene Handlung folgen lässt. Es entsteht eventuell der Eindruck, das Kind ist verträumt oder ist uninteressiert. Sprachverständnisstörungen haben weit reichende Auswirkungen auf die Sprachentwicklung und die weitere schulische Laufbahn. Daher ist eine entsprechend frühzeitige Abklärung und gegebenenfalls Therapie wichtig. In der Therapie der Sprachverständnisstörung orientieren wir uns an dem grundlegenden Defizit des jeweiligen Kindes. Bei manchen Kindern ist ein Aufbau des Wortschatzes nötig, anderen Kindern hilft das Aufzeigen von grammatischen Unterschieden mit Bildern z. B. „Welcher Junge malt (gerade)?“ - „Welcher Junge hat (schon fertig) gemalt?“ oder „Wo spielt sie?“ – „Wo spielen sie?“. Häufig fließt auch das Training der zentral – auditiven Wahr-nehmung und Verarbeitung (siehe dort) in die Sprachverständnistherapie mit ein. Ebenso regen wir das Kind dazu an, sich zu äußern und nachzufragen, wenn es etwas nicht verstanden hat. Das Kind soll lernen, zu sagen, woran das Missverstehen gelegen hat, z. B., dass es ein bestimmtes Wort nicht kennt, oder dass es den Anfang des Satzes nicht gehört hat. Ein wichtiger Faktor ist hier auch die Elternarbeit. Einerseits um aufzuzeigen, dass das Kind in manchen Situationen nicht stur oder desinteressiert ist, sondern dass es wirklich oft nicht versteht. Andererseits auch, um mit den Eltern Strategien zu erarbeiten, die die Kommunikation mit dem Kind erleichtern.
Sprechstörungen bei Kindern Dyslalie – Störung der Lautbildung Das Kind kann einen oder mehrere Laute nicht aussprechen. Der Laut wird entweder ausgelassen (z. B. „Bot“ statt „Brot“), durch einen anderen Laut (z. B. „Blot“ statt „Brot“) oder ein ähnlich klingendes Geräusch (z. B. „s“ mit der Zunge zwischen den Zähnen) ersetzt. Die Therapie besteht darin, das Gehör für den Klang des Lautes zu schulen, den korrekten Laut anzubahnen und die Übernahme des Lautes bis in das spontane Sprechen zu trainieren. Dabei arbeiten wir mit der Artikulationstherapie nach Van Riper, dem Konzept der bewegungsunterstützten Lautanbahnung und setzen Inhalte aus den TAKTKIN® – Programm nach Birner-Janusch ein. Der Beginn einer Dyslalietherapie hängt von der Anzahl der nicht beherrschten Laute, sowie vom jeweils fehl gebildeten Laut ab. Eine Artikulationsstörung hat keinen negativen Einfluss auf den Schriftspracherwerb! Phonologische Störung – Störung der Lautunterscheidung Phonologische Störungen können einen oder mehrere Laute betreffen. Obwohl das Kind den Laut meist sprechen kann, wird er nicht oder nur selten angewendet. Das Kind hat die „Bedeutung“ dieses Lautes noch nicht erfasst, das heißt, ihm ist noch nicht klar, in welche Wörter dieser Laut eingesetzt werden muss. Das Kind ersetzt den betroffenen Laut durch einen ähnlichen bzw. es lässt ihn ganz weg. So kommt es vor, dass ein Kind den Laut „k“ zwar bei dem Wort „Käfer“ spricht, bei dem Wort „kochen“ jedoch  „tochen“ sagt. Der Schwerpunkt der Therapie bei dieser Störung liegt bei Hörübungen. Dem Kind wird der Laut bewusst gemacht, indem es ihn aus einer Reihe anderer Laute heraus- hören soll. Das Heraushören erfolgt mit Steigerung des Schwierigkeitsgrades (Laut, Silbe, Mehrsilber, …). Parallel dazu wird der Einsatz des Lautes bis in das spontane Sprechen trainiert. Bei uns eingesetzte Therapieformen für phonologische Störungen sind die Psycholinguistisch orientierte phonologische Therapie nach Fox (POPT), Minimalpaartherapie, Metaphontherapie nach Jahn. In manchen Fällen spricht das Kind dieselben Wörter immer wieder unterschiedlich aus, so dass selbst Eltern ihr Kind kaum verstehen. Bei dieser inkonsequenten Störung wird dem Kind der Aufbau von Wörtern bewusst gemacht. Das bedeutet, das Kind soll lernen, dass jedes Wort aus bestimmten Lauten besteht und diese Laute auch in einer bestimm-ten Reihenfolge gesprochen werden müssen. In unserer Praxis erfolgt die Therapie dieser Störung durch die Methode nach McGinnis, die mit Buchstabenunterstützung arbeitet. Weiterhin werden oben genannte Therapieansätze der phonologischen Störung angewendet. Phonologische Störungen gelten als Risikofaktor für den Schriftspracherwerb! Daher sollte die Therapie mit etwa dreieinhalb bis vier Jahren beginnen! Verbale Entwicklungsdyspraxie Bei der verbalen Entwicklungsdyspraxie gelingt es dem Kind kaum, Wörter korrekt auszu- sprechen. Der Sprechbeginn eines betroffenen Kindes ist meist verzögert. Wenn das Kind versucht zu sprechen, führen die - vom Gehirn gesteuerten - Sprechorgane nicht die gewünschten Bewegungen aus. Dadurch ist das Sprechen für das Kind sehr anstrengend. Das Kind zeigt Lautfehlbildungen und Suchbe- wegungen und versucht durch den verstärkten Einsatz von Mimik, Gestik und Betonung ver- standen zu werden. Die verbale Entwicklungs- dyspraxie behandeln wir mit dem Therapieansatzen TAKTKIN® oder VEDiT. Dabei unterstützt die Therapeutin das Sprechen des Kindes mit den Fingern. Durch die Berührung und Führung der Lippen, des Kiefers und der Zunge wird die Wahrnehmung des Kindes für die Sprechbewegungen gefördert. Zusätzlich fließen Therapieinhalte aus der Dyslalietherapie, sowie aus der phonologischen Therapie mit ein. Aufgrund der für das Kind oft belastenden Problematik sollte die Therapie auch hier spätestens mit 4 Jahren beginnen.
Sprach- und Sprechstörungen bei Kindern Die Faktoren für die Entstehung einer Sprach- oder Sprech- störung bei Kindern sind sehr vielfältig. Meist kann der Störung kein einzelner Auslöser zugeordnet werden, sondern es ist ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren. Häufige Ursachen für Störungen sind Beeinträchtigungen des Gehörs (z. B. durch häufige Mittelohrentzündungen) Muskelschwäche im Bereich der Mundmotorik (Zungen-, Lippen-, Kiefer-muskulatur) Schädigung des Nervensystems vor, während oder nach der Geburt (z. B. Rötelnerkrankung der Mutter, Sauerstoffmangel bei der Geburt, …) allgemeine Entwicklungsverzögerungen genetische Erkrankungen (z. B. Down – Syndrom) Fehlbildungen oder Verletzungen im Mund- oder Gesichtsbereich (z. B. Lippen – Kiefer – Gaumenspalte) Sprechstörungen: Dyslalie Phonologische Störung Verbale Entwicklungsdyspraxie
Sprachstörungen: Sprachentwicklungsstörung Wortschatzstörung / Wortabrufstörung Dysgrammatismus Sprachverständnisstörung
Sprachstörungen bei Kindern (frühe) Sprachentwicklungsstörung Die ersten Wörter äußert ein Kind normalerweise um den ersten Geburtstag herum. Der Wortschatz wächst im nächsten halben Jahr eher langsam und steigt ab einem Alter von ca. 18 Monaten plötzlich sprunghaft an (Wortschatzexplosion). Im Alter von zwei Jahren sollte das Kind mindestens 50 Wörter sprechen. Bleibt die Wortschatzexplosion aus, ist dies ein frühes Zeichen einer Sprachentwicklungsstörung. Dem Kind fehlen aufgrund des mangelnden Wortschatzes die Möglichkeiten, Sätze zu bilden. Das Kind versucht, sich mittels Blickkontakt, Zeichensprache oder unverständlichen Lautäußerungen mitzuteilen.   Im weiteren Verlauf der Sprachentwicklung ergeben sich Probleme im Wortschatz, in der Grammatik, im Sprachverständnis (siehe unten). Häufig ist die Sprachentwicklungsstörung auch mit einer Sprechstörung (siehe unten) kombiniert. Die Störungen in den einzelnen Bereichen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Das Kind entwickelt mit der Zeit meist ein Störungsbewusstsein, das bedeutet, es nimmt seine Defizite wahr. Eine Sprachentwicklungs- störung hat meist auch die Beeinträchtigung außersprachlicher Bereiche zur Folge. Kinder, die nicht verstanden werden, reagieren oft aggressiv oder ziehen sich zurück. Neben den sozialen Auffälligkeiten wird bei diesen Kindern im Schulalter häufig eine Lese - Rechtschreib - Störung diagnostiziert, die aus der Sprachentwicklungsstörung resultiert. Deshalb ist eine frühzeitige Behandlung der Sprachentwicklungsstörung wichtig. Dabei wird bereits bei zwei- bis dreijährigen Kindern versucht, den Wortschatz spielerisch zu erweitern.   Wir behandeln Sprachentwicklungsstörungen in unserer Praxis in Anlehnung an folgende Therapieansätze: Ganzheitlich orientierte Sprachtherapie nach Zollinger Patholiguistisches Therapiekonzept bei Sprachentwicklungsstörungen nach Kauschke & Siegmüller Behandlung des Dysgrammatismus nach Schlag Handlungsorientierter Therapieansatz HOT nach Weigl & Reddemann-Tschaikner Therapie nach Affolter Wortschatzstörung / Wortabrufstörung Eine Störung des Wortschatzes kann sich auf unterschiedliche Weisen zeigen: Das Kind spricht für sein Alter zu wenige Wörter, es benutzt allgemeine Beschreibungen (z. B. „Das Dings da soll da rein“), es benennt ungenau (z. B. „Tiger“ statt „Löwe“), es „erfindet“ auffallend häufig Wörter (z. B. „Zumacher“ statt „Knopf“), es spricht Wörter ungenau aus (z. B. „Fohlte“ statt „Fohlen“). Oder dem Kind fallen selbst alltägliche Wörter nicht ein, was sich darin zeigt, dass das Kind den Satz abbricht und neu beginnt oder unvollendet lässt.  Möglicherweise umschreibt es das Wort, sucht danach oder äußert sich direkt zu dem Problem (z. B. „Das fällt mir jetzt nicht ein.“ oder „Wie heißt das noch mal?“). Ebenso kann ein Kind, das viele Bezeichnungen für Dinge, Tätigkeiten usw. nicht kennt, Schwierigkeiten im Sprachverständnis (siehe unten) bekommen. Eine Störung des Wortschatzes kann isoliert, oder in Verbindung mit einer Sprachentwicklungsstörung auftreten. Je nach Art der Wortschatzstörung planen wir die Therapie unterschiedlich. Mögliche Therapieformen sind Erweiterung des Wortschatzes z. B. mit Bilderbüchern, handlungsorientierte Therapie Differenzierung von Wörtern mit ähnlichem Klang z. B. Aufzeigen des klanglichen Unterschiedes zwischen den Wörtern „Fohlte“ und Fohlen“ Differenzierung von Wörtern mit ähnlicher Bedeutung z. B. Unterschiede zwischen Mücke, Spinne, Biene, Ameise, … erarbeiten Training des Wortabrufes nach dem patholinguistischen Ansatz von Siegmüller/ Kauschke Erarbeitung von Ersatzstrategien z. B. Umschreibungen, Beschreibung der Wortform Dysgrammatismus Eine frühe Form des Dysgrammatismus ist das Ausbleiben von Zweiwortsätzen, die zwischen 18 und 24 Monaten auftreten sollten. In der weiteren Sprachentwicklung fallen unkorrekte Sätze auf, in denen die Wörter nicht in der richtigen Reihenfolge im Satz stehen (z. B. „Ich Tee trinken will.“) oder grammatische Funktionswörter einfach ausgelassen werden (z. B. „Ich gehe Kindergarten.“). Später scheint es oft so, als hätte ein Kind die Entwicklung aufgeholt, da es nun korrekte Sätze spricht, bei näherer Betrachtung ist jedoch festzustellen, dass das betroffene Kind stets die gleichen Satz-muster verwendet und Probleme bei Verständnis und Konstruktion komplexerer Sätze hat, wie sie z. B. beim Verstehen von Textaufgaben oder beim Schreiben von Aufsätzen benötigt werden. Ebenso kann sich der Dysgrammatismus in fehlerhafter Mehrzahlbildung (z. B. Tellers, Dache, …), falschen Vergangenheits- formen (z. B. ich sehte) oder Fallmarkierungen (z. B. Ich fahre mit der Roller) zeigen. Da der Dysgrammatismus meist im Rahmen einer Sprachentwicklungsstörung auftritt, wird er von uns mit den dort genannten Therapiemethoden behandelt.   Sprachverständnisstörung Sprachverständnisstörungen bleiben im Alltag häufig unbemerkt. Die Kinder erschließen sich die Bedeutung der Worte aus dem situativen Zusammenhang oder imitieren das, was andere Kinder tun. Ein mögliches Zeichen für eine Sprachverständnisstörung ist es, wenn ein Kind eine Auf- forderung mit „Ja“ oder einem Nicken bestätigt, jedoch dann keine angemessene Handlung folgen lässt. Es entsteht eventuell der Eindruck, das Kind ist verträumt oder ist uninteressiert. Sprachverständnisstörungen haben weit reichende Auswirkungen auf die Sprachentwicklung und die weitere schulische Laufbahn. Daher ist eine entsprechend frühzeitige Abklärung und gegebenenfalls Therapie wichtig. In der Therapie der Sprachverständnisstörung orientieren wir uns an dem grundlegenden Defizit des jeweiligen Kindes. Bei manchen Kindern ist ein Aufbau des Wortschatzes nötig, anderen Kindern hilft das Aufzeigen von grammatischen Unterschieden mit Bildern z. B. „Welcher Junge malt (gerade)?“ - „Welcher Junge hat (schon fertig) gemalt?“ oder „Wo spielt sie?“ – „Wo spielen sie?“. Häufig fließt auch das Training der zentral – auditiven Wahr-nehmung und Verarbeitung (siehe dort) in die Sprachverständnistherapie mit ein. Ebenso regen wir das Kind dazu an, sich zu äußern und nachzufragen, wenn es etwas nicht verstanden hat. Das Kind soll lernen, zu sagen, woran das Missverstehen gelegen hat, z. B., dass es ein bestimmtes Wort nicht kennt, oder dass es den Anfang des Satzes nicht gehört hat. Ein wichtiger Faktor ist hier auch die Elternarbeit. Einerseits um aufzuzeigen, dass das Kind in manchen Situationen nicht stur oder desinteressiert ist, sondern dass es wirklich oft nicht versteht. Andererseits auch, um mit den Eltern Strategien zu erarbeiten, die die Kommunikation mit dem Kind erleichtern.
Sprechstörungen bei Kindern Dyslalie – Störung der Lautbildung Das Kind kann einen oder mehrere Laute nicht aussprechen. Der Laut wird entweder ausgelassen (z. B. „Bot“ statt „Brot“), durch einen anderen Laut (z. B. „Blot“ statt „Brot“) oder ein ähnlich klingendes Geräusch (z. B. „s“ mit der Zunge zwischen den Zähnen) ersetzt. Die Therapie besteht darin, das Gehör für den Klang des Lautes zu schulen, den korrekten Laut anzubahnen und die Übernahme des Lautes bis in das spontane Sprechen zu trainieren. Dabei arbeiten wir mit der Artikulationstherapie nach Van Riper, dem Konzept der bewegungsunterstützten Lautanbahnung und setzen Inhalte aus den TAKTKIN® – Programm nach Birner-Janusch ein. Der Beginn einer Dyslalietherapie hängt von der Anzahl der nicht beherrschten Laute, sowie vom jeweils fehl gebildeten Laut ab. Eine Artikulationsstörung hat keinen negativen Einfluss auf den Schriftspracherwerb! Phonologische Störung – Störung der Lautunterscheidung Phonologische Störungen können einen oder mehrere Laute betreffen. Obwohl das Kind den Laut meist sprechen kann, wird er nicht oder nur selten angewendet. Das Kind hat die „Bedeutung“ dieses Lautes noch nicht erfasst, das heißt, ihm ist noch nicht klar, in welche Wörter dieser Laut eingesetzt werden muss. Das Kind ersetzt den betroffenen Laut durch einen ähnlichen bzw. es lässt ihn ganz weg. So kommt es vor, dass ein Kind den Laut „k zwar bei dem Wort „Käfer“ spricht, bei dem Wort „kochen“ jedoch  „tochen“ sagt. Der Schwerpunkt der Therapie bei dieser Störung liegt bei Hörübungen. Dem Kind wird der Laut bewusst gemacht, indem es ihn aus einer Reihe anderer Laute heraus-hören soll. Das Heraushören erfolgt mit Steigerung des Schwierigkeitsgrades (Laut, Silbe, Mehrsilber, …). Parallel dazu wird der Einsatz des Lautes bis in das spontane Sprechen trainiert. Bei uns eingesetzte Therapieformen für phonologische Störungen sind die Psycholinguistisch orientierte phonologische Therapie nach Fox (POPT), Minimalpaartherapie, Metaphontherapie nach Jahn. In manchen Fällen spricht das Kind dieselben Wörter immer wieder unterschiedlich aus, so dass selbst Eltern ihr Kind kaum verstehen. Bei dieser inkonsequenten Störung wird dem Kind der Aufbau von Wörtern bewusst gemacht. Das bedeutet, das Kind soll lernen, dass jedes Wort aus bestimmten Lauten besteht und diese Laute auch in einer bestimm-ten Reihenfolge gesprochen werden müssen. In unserer Praxis erfolgt die Therapie dieser Störung durch die Methode nach McGinnis, die mit Buchstabenunterstützung arbeitet. Weiterhin werden oben genannte Therapieansätze der phonologischen Störung angewendet. Phonologische Störungen gelten als Risikofaktor für den Schriftspracherwerb! Daher sollte die Therapie mit etwa dreieinhalb bis vier Jahren beginnen! Verbale Entwicklungsdyspraxie Bei der verbalen Entwicklungsdyspraxie gelingt es dem Kind kaum, Wörter korrekt auszu-sprechen. Der Sprechbeginn eines betroffenen Kindes ist meist verzögert. Wenn das Kind versucht zu sprechen, führen die - vom Gehirn gesteuerten - Sprechorgane nicht die gewünschten Bewegungen aus. Dadurch ist das Sprechen für das Kind sehr anstrengend. Das Kind zeigt Lautfehlbildungen und Suchbe- wegungen und versucht durch den verstärkten Einsatz von Mimik, Gestik und Betonung ver- standen zu werden. Die verbale Entwicklungs-dyspraxie behandeln wir mit dem Therapieansatzen TAKTKIN® oder VEDiT. Dabei unterstützt die Therapeutin das Sprechen des Kindes mit den Fingern. Durch die Berührung und Führung der Lippen, des Kiefers und der Zunge wird die Wahrnehmung des Kindes für die Sprechbewegungen gefördert. Zusätzlich fließen Therapieinhalte aus der Dyslalietherapie, sowie aus der phonologischen Therapie mit ein. Aufgrund der für das Kind oft belastenden Problematik sollte die Therapie auch hier spätestens mit 4 Jahren beginnen.